Dies ist die im Frühjahr 1992 an der Ingenieurschule Juventus in Zürich eingereichte Dokumentation meiner HTL-Diplomarbeit.
Unter HTL bzw. Ingenieurschule ist die damalige Höhere Technische Lehranstalt gemeint, die der heutigen Fachhochschule bzw. einem Bachelor-Lehrgang entspricht.
Die nur in Papierform vorhandene Diplomarbeit wurde eingescannt, mit einer OCR-SW maschinenlesbar gemacht und danach als HTML-Seite aufbereitet.
Der in der damals weitverbreiteten Programmierhochsprache «TurboPascal für MS-DOS» geschriebene Quellcode und auch das ausführbare Programm sind leider unauffindbar.
Viel Spass bei der Lektüre!
(Das Original wurde zwischen Oktober 1991 und Februar 1992 erstellt.)

Unerlässliches Hilfsmittel in der Lokführer*innenausbildung ist der Simulator, der fahrzeugunabhängiges Durchspielen von Übungsfahrten erlaubt. Der Lokomotiv-Fahrsimulator ist ein solcher Simulator mit dem in Echtzeit eine fiktive Fahrt mit der SBB-Elektrolokomotive vom Typ Re 6/6 gemacht werden kann. Das Modell der zu simulierenden Lokomotive ist von auf vernünftigem Masse reduzierter Komplexität, jedoch ohne betriebsrelevanten Einschränkungen und Abstriche. Die dabei involvierten physikalischen Zusammenhänge wurden möglichst wirklichkeitsgetreu nachgebildet.
Was wird geboten?

Trotz dem heutigen hohen Technisierungsgrad werden die Triebfahrzeuge der Eisenbahnen noch immer von Menschen, den Lokomotivführer:innen, geführt. Dass solche Leute gründlich ausgebildet werden müssen, versteht sich von selbst. Unerlässliches Hilfsmittel ist da der Fahrsimulator, der es ermöglicht, unabhängig von einem Fahrzeug in einer fiktiven Umgebung diverse Fahrszenarien durchzuspielen. Solche Lernfahrten als «Trockenübungen», haben den Vorteil, dass sie weder Mensch noch Maschine gefährden, noch den Diensbetrieb stören und zu guter Letzt weniger Energie benötigen als eine Fahrt auf einem richtigen Fahrzeug. Schlussendlich ist da auch noch der Vorteil einer präzisen Fahrauswertung die Aufschluss über den Ausbildungsstand des Lokführers geben kann. Das Fahrzeug resp. die Lokomotive die simuliert werden soll, muss mit einer geeigneten Apparatur modelliert werden. Das heisst, dass die physikalischen Zusammenhänge aus der Kinematik, Pneumatik und Elektrotechnik wirklichkeitsgetreu nachgebildet werden sollen. Diese Apparaturen sollen seinerseits auch auf Ereignisse reagieren, die vom Bedienenden über möglichst realitätsnahe Führerstandsarmaturen eingegeben werden können. Letztendlich soll die Aussenwelt, von der gewisse Handlungen ja abhängig sind, geeignet dargestellt werden.
Die Eisenbahn beruht auf dem physikalischen Effekt, den wir Reibung nennen. Gäbe es keine Reibung würden die Räder auf der Schiene durchdrehen und der Zug bliebe stehen oder falls bereits in Bewegung, könnte ihn nur der Luftwiderstand zum stehen bringen. (vgl. Schlittschuhläufer auf dem Eisfeld) Der Reibungskoeffizient ist eine spezifische Konstante, die Normalkomponente einer Gewichtskraft und Reibungskraft in Zusammenhang bringt. Der Reibungskoeffizient und die Normalkraft des Triebfahrzeuges sind also die entschei denden Komponenten, die eine Aussage darüber geben, wieviel Motorenkraft über haupt maximal in Zugkraft umgesetzt werden können. Die Normalkraft des Triebfahrzeug in der Ebene ist in guter Näherung proportional zur Fahrzeugmasse. Der Reibungskoeffizient jedoch hängt einerseits stark von der Witterung ab (Schönwetter : u=0.4 ; Schlechtwetter : u=0.1) und andernseits von der Fahrgeschwindigkeit des Zuges. Das Triebfahrzeug (Lokomotive) setzt Energie in Zugkraft um. Bei elektrischem Betrieb geschieht dies durch Elektromotoren. Ebenfalls kann Zugkraft (oder besser Stosskraft) mittels denselbigen Motoren bei modernen Lokomotiven in Energie zurückgewandelt werden. (Rekuperation) Die Bremskraft hingegen wird nicht allein von der Lokomotive, sondern vom ganzen Zug «produziert». (Siehe Druckluftbremsen, Bremsbacken) Im folgenden werden die einzelnen Komponenten betrachtet.
Es handelt sich hier um eine Lokomotive mit elektrischer Motorisierung. Je nach angelegter Motorenspannung ändert sich der Motorenstrom, das Drehmoment der Motorachse und schliesslich die Zugkraft.
Die Fahrmotoren können bei einer Talfahrt oder bei einer Verzögerungsfahrt als Generatoren geschaltet werden. Die Motoren bewirken dabei eine bestimmte Bremskraft, die vom produzierten Generatorstrom abhängig ist. Bei modernen Lokomotiven kann dieser Strom ins Netz zurückgespiesen werden. Man spricht dann von einer Rekuperationsbremse. Ältere Lokomotiven verheizen diesen Strom in Leistungswiderständen, die zur besseren Kühlung meist auf dem Dach montiert sind.
Man unterscheidet zwischen direkt wirkenden Druckluftbremsen (Rangierbremse) und indirekt wirkenden Druckluftbremsen (Automatische Zugbremse). Das Grundprinzip ist aber bei beiden dasselbe: Mit verdichteter Luft werden mittels Bremszylinder die Bremsklötze an die Bandagen der Räder gedrückt. Dies bewirkt eine Bremskraft, die aber stark vom Reibungskoeffizient Bremsklotz-Rad und dann Rad-Schiene abhängig ist. Die Aerodynamik, der das Bremsen unterworfen ist, hat auch eine gewissen Trägheit, die dafür Verantwortlich ist, das nach Betätigen des Bremshebels im Führerstand nicht sofort jeder Bremsklotz satt am Rad anliegt um den Bremsvorgang zu unterstützen. (Durchschlagzeit)
Der Schleuderschutz hat die Aufgabe, das Schleudern eines Triebradsatzes bei ungenügender Haftreibung festzustellen und Gegenmassnahmen einzuleiten, wie zB. Anfahrvorgang anhalten (Stufenschalter) oder Reduktion der Zugkraft usw.
Triebfahrzeugseitig können diverse Betriebsstörungen auftreten. Es lassen sich jedoch keine vom Führerstand aus beheben. Dazu muss im Maschinenraum am entsprechenden Apparateblock ein Eingriff vorgenommen werden. Störungen wären:
Um Unfälle zu vermeiden, sind diverse Sicherheitssysteme eingebaut:
Es gibt zwei Arten von Lichtsignalen:

Fahrtechnisch bedeutet eine Kurvenfahrt einen etwas grösseren Fahrwiderstand und eine kleinere Maximalgeschwindigkeit. Diese kann mit einer Geschwindigkeitstafel angezeigt werden.
Die Neigung des Bahntrasses bietet einige Effekte wie zB.:

Besonderen Dank gilt nachstehenden Personen für Ihre fachliche Unterstützung in besonderen Fragen:
Bei der Lokomotive, die nachgebildet werden soll, handelt es sich um die seit Juli 1975 bei den SBB verkehrenden Streckenlokomotive des Typs Re 6/6. Diese sechsachsige Hochleistungslokomotive wird für die Zugförderung auf den Alpentransversalen (Gotthard/Simplon) eingesetzt. Sie ist die derzeit (1990) stärkste Lokomotive auf Schweizer Schienen und entwickelt eine maximale Leistung von 8020 kW bei 106 km/h (= 10'900PS), oder anders ausgedrückt, sie vermag auf einer Steigung von 27 Promille eine Last von 800 Tonnen mit 0.03 m/s2 vom Stillstand auf 80 km/h zu beschleunigen.



Die Lokomotive soll als Lokzug (Zug mit Lokomotive und in unserem Fall ein Wagen) oder als Blockzug
mit einer Anhängelast von zB. 16 Leichtstahl-Personenzugwagen verkehren.

Für die Wagen sollen folgende Parameter gelten:
Bei Fahrbeginn mit der simulierten Lokomotive ist folgende Ausgangslage anzutreffen:
Das MMI besteht hauptsächlich aus den Führerstandsarmaturen der Re 6/6. Es wird unterschieden zwischen Eingabe- und Ausgabeeinheit.
Im folgenden eine Übersicht über betriebsrelevante, lokomotivseitige Eingabeelemente. Diese Eingabeelemente bzw. deren Position/Stellungen werden in die Simulation resp. Berechnung miteinbezogen:
Betriebsrelevante, lokomotivseitige Ausgabeelemente → Diese Instrumente werden funktionsfähig implementiert:
Unter virtueller Signalisierung wird die Darstellung von Signalstellungen auf einem speziell dafür vorgesehenen Anzeigefeld verstanden.
Drei Signalarten werden virtuell angezeigt: Vor- , Hauptsignale und Neigungs-Signaltafeln (Neigungszeiger).
Die virtuelle Darstellung wurde gewählt, um unabhängig von der Auflösung der Graphik-Karte (VGA) eine eindeutige Signalisierung zu gewährleisten.
Die Darstellung der Signale aus der Sicht des Lokführers wäre zwar realitätsnaher, birgt aber durch den Fahreffekt die Gefahr, dass die Signale verschwimmen.
(Nachleuchten des Bildschirmes)
In einem speziell dafür reservierten Feld werden dem Benutzer Meldungen angezeigt, wie zB. einen Kommentar bei Bremsauslösung.

Der Lokomotiv-Fahrsimulator besteht aus mehreren Komponenten:
Für eine möglichst flexible Programmgestaltung wird die Strecke, die befahren werden soll, nicht fix programmiert. Vielmehr soll es mit einem Texteditor möglich sein, ein idividuelles Fahrszenario zusammenzustellen, das dann später beim Start des Simulationsprogramms von diesem automatisch gelesen und zur Ausführung gebracht wird. Sämtliche Ereignisse werden in Entfernung vom Startpunkt aus bezogen. Das heisst, die folgenden Elementen werden mit einer km-Marke versehen, die angibt, wieviel Weg in Meter seit dem Start schon befahren wurden.
Die Elemente werden mit einem Texteditor (zB. Norton-Editor) physikalisch sinnvoll zusammengestellt und in ein Textfile gespeichert. Eine solche Zusammenstellung kann zB. folgendermassen aussehen (Das Fileformat muss noch definieret werden.)

Einen Berechnungs-Überblick bietet das folgende Blockschaltbild:

Auf die Ereignisse wie Signale, Trasseart und Kurven, welche vom Fahrszenario bestimmt sind, muss via MMI richtig reagiert werden. Wenn der Fahrstufenschalter nicht richtig bedient wird, sorgt der Supervisor dafür, dass es nicht zum Programmabsturz kommt. Eine weitere Aufgabe des Supervisors ist zu prüfen, ob die durch Fahrstufe und Geschwindigkeit gegebene Zugkraft der Lokomotive auch in Bewegung umgesetzt werden kann bzw. ob der Haftreibungskoeffizient auch genügt. Ist dies nicht der Fall, veranlasst er eine Unterbrechung der Beschleunigungsphase und schaltet den Stufenschalter zurück, bis die Zugkraft am Gleis wieder greift. Zusätzlich beginnt die Meldelampe für Schleuderanzeige zu leuchten.
Alle Berechnungen, Entscheide, MMI-Abfragen usw. müssen mehrmals pro Sekunde durchgespielt werden. Dies unter anderem aus folgenden Gründen:
Um die Handlungen im Führerstand dem Laien etwas näherzubringen und um den Fahrstufenautomat besser zu verstehen, folgt nun eine Einführung zur Bedienung der Lokomotive:
Durch die Spurführung der Bahn reduziert sich die Bewegung des Zuges auf einen eindimensionalen translatorischen Vorgang. Auf diese Bewegungsrichtung entlang der Strecke (Fahrtrichtung)
beziehen sich alle Vorgänge der Mechanik. Der Kraftbedarf für die Bewegung des Zuges ermittelt sich aus der Anhängelast, den Fahrwiderständen
und der aktuellen Geschwindigkeit des Zuges, im Falle des Lokomotiv-Fahrsimulators allerdings in umgekehrter Reihenfolge, das heisst: je nach eingestellter Zugkraft (Fahrstufe)
und Belastung resultiert eine Beschleunigung resp. eine Geschwindigkeits- und somit Wegänderung.
Wie man den folgenden Ausführungen entnehmen kann, sind die Widerstandsgleichungen nicht immer geschlossen lösbar. Es wird in vielen Fällen die Geschwindigkeit benötigt,
um zB. den Laufwiderstand zu berechnen, der wiederum zu einer resultierender Geschwindigkeit beitragen soll. Dies ist mitunter ein Grund, warum der Simulator zeitdiskret gelöst werden soll.
Wird nämlich das Zeitintervall sehr klein gewählt, kann für die Laufwiderstandberechnung zum Zeitpunkt t0 der Geschwindigkeitswert zum Zeitpunkt t-1 verwendet werden.
Zu jedem betrachteten Zeitpunkt während der Fahrt erfolgt diese Traktionsrechnung:
Als Ausgangslage dienen die bereits in der Einleitung vorgestellte Motorenkennlinien der Re 6/6:

Wie man daraus erkennen kann, bildet jede Fahrstufe einen eigenen Graphen.
Es gilt nun, diese Graphen mathematisch möglichst einfach aber genügend genau zu beschreiben. Genügend genau soll bedeuten: Fehlerschranke = 5 kN.
Die Zugkraft ist in unserem Falle eine Funktion der Geschwindigkeit. Da sich die Kennlinien ähnlich verhalten, wird zuerst eine allgemein gültige Funktionsgleichung gesucht.
Danach werden durch die Wahl von geeigneten Stützwerten die Koeffizienten der einzelnen Funktionen bestimmt.
Besonders ist darauf zu achten, wie sich die gewählten Funktionen ausserhalb des relevanten Bereichs, der zwischen 0..140 km/h und 0..400 kN liegt. verhalten:
Würde man ein Polynom zweiten Grades wählen, hätte zB. die Kennlinie für die erste Fahrstufe bei etwa 40 km/h ein Minima und würde dann wieder quadratisch
in den positiven Kraftbereich ansteigen. Dass hätte den Nachteil, dass fälschlicherweise eine grosse Geschwindigkeit eine grosse Zugkraft ergeben würde.
Dies müsste mit einer Vergleichsoperation unterdrückt werden, was wiederum kostbare Rechenzeit benötigt.
Mit y=1/(ax2+bx+c) wurde eine geeignete Funktion gefunden, bei der sich jede Kennlinie für grosse Geschwindigkeiten der Nulllinie (Zugkraft=0) nähert
und die über den ganzen Bereich hinreichend genau ist.
Herauslesen von geeigneten Stützwerten:

Die Koeffizientenrechnung:
(Um diese Dokumentation nicht unnötig aufzublähen, wird im folgenden von den 32 erstellten Berechnungen nur die erste (Fahrstufe 1) detailliert aufgezeigt.)
Die aus der für die Stufe 1 gegebenen Kurve herausgelesenen Werte lauten:
Stufe1: x=v [km/h] x=v [m/s] y=F [kN] 1/y=1/F [1/kN]
—————————— ————————— ———————— ——————————————
15 4.167 12.5 0.08000
7.5 2.083 15.57 0.06423
1 0.278 19.64 0.05092
Der x-Wert wurde von km/h auf m/s umgerechnet. Dies darum, um bei der Implementation
überflüssige und zeitraubende Einheitenkonvertierungen zu ersparen.
Ausserdem wurde der invertierte Wert von y berechnet, um das Einsetzen in den Gleichungsansatz zu erleichtern.
Der Gleichungsansatz lautet: y = 1 / (ax2 + bx + c)
Dies ergibt mit den eingesetzten Stützwerten folgende drei Gleichungen mit den drei Unbekannten a,b,c:
0.08000 = a*152 + b*15 + c
0.06432 = a*7.52 + b*7.5 + c
0.05092 = a*12 + b+1 + c
Diese Gleichungssystem lässt sich mit einer Matritzenrechnung rationell lösen:
|0.08000| |225 15 1| |a|
|0.06432| : |56.25 7.5 1| = |b|
|0.05092| |1 1 1| |c|
Daraus erhält man die Koeffizienten:
a = 50.89e-6 b = 7.250e-3 c = 48.90e-3
Die für alle 32 Fahrstufen berechneten Koeffizienten lauten:
(Die Koeffizienten sind auf Geschwindigkeit in Meter/Sek skaliert)


Als Ausgangslage dient auch dieses Mal die bereits in der Einleitung vorgestellte Motorbremskennlinien der Re 6/6:

Die Kurven haben eine Resonanzcharakteristik. Mit y=1/(ax2+bx+c) wurde wiederum ein geeigneter Gleichungsansatz gefunden,
der diesem Umstand entsprechend Rechnung trägt. Die Stützpunkte wurden so gewählt, dass immer ein Wertepaar
den Kulminationspunkt fixiert {x=30/y=f(x)}. Bei den Kennlinien für die Bremsstufen 18 bis 22 musste bei der Koordinatenbestimmung
ein Trick angewandt werden: Um ebenfalls das Maxima bei x=30 zu erhalten, wurde der Schnittpunkt des Graphen mit der
Aequidistanzlinie F=170kN an der Geraden x=30km/h auf die negative x-Seite gespiegelt. Dazu das folgende Beispiel:
Stufe 19: x=v [km/h] y=F [kN]
—————————— ————————
140 89.14
80 170
??? ???
Der Punkt (80/170) gespiegelt an x=30 ergibt (-20/170)
Die Tabelle kann nun vervollständigt werden:
Stufe 19: x=v [km/h] y=F [kN]
—————————— ————————
-20 170
80 170
140 89.14
Herauslesen von geeigneten Stützwerten:


Als Ausgangslage dienen wiederum die in der Einleitung vorgestellte Motorenkennlinie Re 6/6:

Es soll der Motorenstrom eine Funktion der Zugkraft sein.
Wie der Graph zu erkennen gibt, stellt er einen Hyperbel-Ast im 1. Quadranten der Koordinatenebene dar.
Die allgemeine Funktionsgleichung lautet:
x2 y2
——— - ——— = 1
α2 β2
Durch Umstellen der Gleichung erhält man:
_____________
y = √(ax2 + bx + c)
Weil uns nur der erste Quadrant interessiert, muss nur der positive Wurzelwert berechnet werden.
Herauslesen von geeigneten Stützwerten:
x=F [kN] y=I [A]
———————— ———————
1 1
57.5 1100
336 3000
Berechnung der Koeffizienten:
1 = a + b + c
1'210'000 = a * 3'306.25 + b * 57.5 + c
9'000'000 = a * 112'896 + b * 336 + c
Mit der Matritzenrechnung erhält man:
a = 19.57 b = 20.27e+3 c = -20.29e+3
Die grösste Fehlerabweichung der somit erhaltenen Funktionsgleichung beträgt maximal 2.0%
(210kN = 2258A anstatt 2200A)
Als Ausgangslage dient erneut die in der Einleitung vorgestellte Motorenkennlinie Re 6/6:

Es soll wiederum der Motorenstrom, hier Rekuperationsstrom, eine Funktion der Zugkraft sein.
Vorerst muss abgeklärt werden, welcher Ansatz zur Beschreibung der Funktion gewählt werden muss.
Da der Strom im Kennlinienfeld nicht explizit als Graph eingezeichnet ist, soll dies hier nachgeholt werden:

Die Kurve zeigt, dass als Funktionsbeschreiber auch da wieder der Hyperbel-Ast gewählt werden kann.
Es gilt also wieder der Ansatz:
_____________
y = √(ax2 + bx + c)
Herauslesen von geeigneten Stützwerten:
x=F [kN] y=I [A]
———————— ———————
1 1
27.2 1000
165.7 2400
Berechnung der Koeffizienten:
1 = a + b + c
1'000'000 = a * 739.84 + b * 27.2 + c
5'760'000 = a * 27'456.49 + b * 165.7 + c
Mit der Matritzenrechnung erhält man:
a = -23.7 b = 38.82e+3 c = -38.79e+3
Die grösste Fehlerabweichung der somit erhaltenen Funktionsgleichung beträgt maximal 1.2%
(110kN = 1988A anstatt 1960A)
Nähere Betrachtungen der einzelnen Fahrwiderstände lassen folgende physikaliche Zusammenhänge erkennen:
Der Laufwiderstand ist aus der Rollreibung (geschwindigkeitsunabhängiger Teil) und dem Luftwiderstand (quadratisch von der Geschwindigkeit abhängiger Teil) zusammengesetzt. Die verwendeten Koeffizienten wurden empirisch ermittelt. Sie sind im Buch «Elektrische Bahnen/Springer Verlag» zu finden.
wf = 2.5 + 3.888e-3 * (v + 2.8)2
wobei v = [m/s] und wf = [N/kN]
Mit dem Wert 2.8 wurde ein Gegenwind von 10 km/h angenommen.
In der Bogenfahrt entstehen durch die Wirkung der Fliehkraft Führungskräfte zwischen Rad und Schiene. Der Bogenwiderstand ist in erster Linie vom Bogenradius abhängig. Die Koeffizienten können auch hier nur wieder durch Messung ermittelt werden.
750
wb = ————— wobei r → [m], wb → [N/kN]
r
Je nach Neigung des Trasses ergibt sich eine Hangabtriebskraft. Berechnen lässt sich diese aus:
Fh = m * g * sin(β) wobei β → Winkel zwischen senkrechter Ebene und Normalen zur schrägen Ebene
Bei den kleinen Winkeln β, welche im Betrieb der Adhäsionsbahn in Frage kommen,
kann der Sinus mit hinreichender Genauigkeit durch den Tangens ersetzt werden.
m * g * sin(β)
wi = ———————————————— = tan(β
m * g
Da der Tangens dem Steigungsmass entspricht, folgt:
wi = I wobei I → [Steigung in Promille], wi = [N/kN]
Während der Beschleunigung des Zuges ist die als Beschleunigungswiderstand Wa bezeichnete Trägheitskraft zu berücksichtigen. Die Rotationsenergie der einzeln rotierenden Massen, wie Radsätze und Antrieb dürfen dabei nicht vernachlässigt werden. Zur Beschleunigung der Masse m einschliesslich der einzeln rotierenden Massen wird somit die folgende Kraft benötigt:
Wa = a * (m + ∑J * (w/v)2)
wobei a=m/s2, J=kg/m2, w=[rad/s], v=[m/s], Wa=[N≡kgm/s2]
Der nun eingeführte Faktor σ erlaubt eine einfache Berücksichtigung der Rotationsenergie
durch einen Zuschlag zur Masse. Für ganze Züge einschliesslich Triebfahrzeuge kann mit
σ = 1.08 (guter Mittelwert) gerechnet werden. Somit lautet die Formel:
wa = l/g * σ * a * 1000
wobei g=9.81[m/s2], σ=1.08, a=[m/s2], wa=[N/kN]
Die Zug- bzw. Bremskraft, die ein Rad auf die Schiene überträgt, ist durch die Adhäsion begrenzt. Sie entspricht in erster Annäherung der Haftreibung. Wenn ein durch die Masse m des Fahrzeuges belastetes Rad eine Gewichtskraft Fg aufweist, kann dieses Rad höchstens die folgende Kraft Fh übertragen:
Fh = μ * Fg * cos(β)
Fg * cos(β) ist die rechtwinklig zur Schienenebene wirkende Komponente der Gewichtskraft. Bei den kleinen Neigungswinkeln,
welche im Betrieb der Adhäsionsbahnen in Frage kommen, kann mit hinreichender Genauigkeit der Kosinus durch 1 ersetzt werden.

| 2.083 |
μ0 = k * | ———————————— | + 0.161
| v + 12.22 |
wobei v = [m/s]
Mit der Konstanten k wird den Witterungsverhältnissen Rechnung getragen
k = 1.6 → μ0 bei 0 km/h ist 4.3 (Optimales Wetter)
k = 1 → μ0 bei 0 km/h ist 0.33 (Normales Wetter)
k = 1.6 → μ0 bei 0 km/h ist 0.2 (Schlechtes Wetter)
Die durch den Bremsklotzdruck P am Radreifen entstehende Reibung erzeugt die Kraft P*μk, die am Radumfang tangential angreift
und der Drehrichtung entgegengesetzt ist. Eine gleich grosse Gegenkraft wird zwischen Rad und Schiene erzeugt,
die den Lauf des Fahrzeuges hemmt. Damit die Räder auf den Schienen nicht gleiten, darf die vom Bremsklotz auf das Rad wirkende Reibungskraft P*μk
nie grösser werden, als die vom Rad auf die Schienen übertragene Haftreibungskraft Fg*μ0.
Im Gegensatz zum Haftreibungswert zwischen Rad und Schiene ist der Reibungswert μk zwischen dem Bremsklotz aus Gusseisen und dem Radreifen (Stahl)
von der Geschwindigkeit und Flächenpressung des Klotzes abhängig, und zwar nimmt er sowohl mit zunehmender Geschwindigkeit wie auch bei
grösser werdenden Flächenpressung des Klotzes ab. (Durch diese Eigenschaft wird die volle Ausnützung der Klotzbremse erschwert.)

Mathematisch formuliert lautet dies:
1 + 0.036 * v 1 + 0.0056 * p
μk = 0.6 * ——————————————— * ————————————————
1 + 0.180 * v 1 + 0.0280 * p
wobei v = Geschwindigkeit [m/s]
p = Flächenpressung resp. Bremszylinderdruck [N/cm2]
Die dargestellten Kurven lassen erkennen, dass bei hohen Geschwindigkeiten der Klotzdruck bei Graugussbremsklötzen mit Rücksicht auf den Reibwert
wesentlich höher sein darf als bei niedrigen Geschwindigkeiten, in deren Bereich der Reibungswert μk den Haftreibungswert μ0
sogar übersteigt.
y = -2.89 * x + 14.01 wobei x → Hauptleitungsdruck [Bar]
y → Bremszylinderdruck [Bar]
Auch der Zusammenhang Bremsdruck zu Bremskraft ist proportional. Maximaler Bremsdruck ergibt maximale Bremskraft. Um aber eine Aussage über die maximale Bremskraft
zu machen, muss die Abbremsung bekannt sein.

Um den Fahreffekt der Lokomotive zu visualisieren, wird die Sicht aus dem Führerstand gezeigt. Das Gleisbild soll dabei statisch sein und die
Oberleitungsmasten in Funktion der Zeit sich der Lokomnotive nähern.
Der Grund, warum das Gleis statisch bleibt, ist der, dass man schon bei kleinen Geschwindigkeiten den Schienenstrang nur noch als zwei Linien wahrnimmt,
die am Horizont zusammenlaufen.
Die Bewegung der Oberleitungsmasten die eine mittlere Entfernung von 60 Metern (von Mast zu Mast) haben, wird dargestellt.
Es werden aber nicht unendlich viele Masten gezeigt, sondern nur deren fünf.
Der erste Mast ist stationär in 240 Meter Entfernung zur Lokomotive. Die weiteren vier Masten verteilen sich im Abstand von je 60 Metern bis zur Lokomotive.
Wenn die Lokomotive in Gang gesetzt wird, bewegen sich nun die vier Masten ihr entgegen. Sobald ein Mast die Lokomotive passiert hat,
wird er in 240 Meter Entfernung neu gesetzt. Der fünfte Mast bleibt bei 240 Metern stehen und vermittelt so den Eindruch eines am Horizont verschwindenden
Masten-Tunnels. Die Schwierigkeit besteht nun in der zweidimensionalen Abbildung der Masten, die untereinander im dreidimensionalen Raum ja einen konstanten Abstand haben.
Das Gesetzt der Proportionalität zeigt, dass der vertikale Abstand der Fusspunkte der Masten sich gegen das Zentrum (Fluchtpunkt) immer wieder halbiert.
Dazu zwei Skizzen: (Ansicht von oben und Ansicht von vorne)

Es gilt für Mastn:
n * y x b * x
——————— = ——— oder an = ————————
b an n * y
Es sei nun x=y/2 Somit gilt nun für Mastn:
b
———————
2 * n
Dies ergibt für n = 1..5
a1=b/2 , a2=b/4 , a3=b/6 , a4=b/8, a5=bl0
Dies ist eine "1/2n"-Funktion. Um die Tiefenwirkung besser hervorzuheben, wird nun aber eine "1/2n"-Funktion angewendet.
Damit bewegen sich die Oberleitungen in den hinteren Regionen nicht so schnell wie bei der "1/2n"-Funktion, ausserdem trifft es nun zu,
dass sich der vertikale Abstand der Fusspunkte der Masten gegen das Zentrum (Fluchtpunkt) immer wieder halbiert.










Datenflüsse
———————————
Bremshebel HL_Druck
Fahrschalter Fahrschalterbereich
Anzeigegeräte Fahrgeschwindigkeit + HL_Druck + Motorstrom + Schleuderwarnung
Virtuelle_Signale Neigung + Eff_Signalentf + Signal
Fahrszenario_Wahl Fahrszenario_Nr
Fahrszenario l{Kilometerstein + Streckenaenderung}n
Kurvenradius Kurve
Geschwindigkeit Fahrgeschwindigkeit
Signaleinhaltung Fahrgeschwindigkeit + Begriff
Fahrstrecke Fahrszenario_Nr
Adhäsion Haftreibung
Zuglänge Wagenanzahl
Bremsvermögen Abbremsung
Wagendimensionen Gewicht + Laenge
Datenflüsse
———————————
Adhäsion Haftreibung
Fahrschalter Fahrschalterbereich
Schleudern Schleuderwarnung
Ampere Motorstrom
Geschwindigkeit Fahrgeschwindigkeit
Triebkraft Zugkraft
Strecke '0.000' .. '10.000'
Bremshebel HL_Druck
Wagendimensionen Gewicht + Laenge
Bremsvermögen Abbremsung
Zuglänge Wagenanzahl
Gesamtbremskraft Zugkraft
Kurvenradius Kurve
Fahrwiderstand Zugkraft
Neigungspromille Neigung
Fahrszenario l{Kilometerstein + Streckenaenderung}n
Virtuelle_Signale Neigung + Eff_Signalentf + Signal
Signaleinhaltung Fahrgeschwindigkeit + Begriff
Datenflüsse
———————————
Geschwindigkeit Fahrgeschwindigkeit
Triebkraft Zugkraft
Gesamtbremskraft Zugkraft
Fahrwiderstand Zugkraft
Strecke '0.000' .. '10.000'
Lichtsignal Signalentf + Signal
Neigungspromille Neigung
Kurvenradius Kurve
Fahrszenario l{Kilometerstein + Streckenaenderung)n
Signalabstand Eff_Signalentf
Signaleinhaltung Fahrgeschwindigkeit + Begriff
Datenflüsse ——————————— Fahrschalter Fahrschalterbereich Zuschaltstrom [3100|2400|-1750|-2250] Fahrstufenkorrektur '-54' .. +54' Fahrstufe '-22' .. '+32' Schleudern Schleuderwarnung Ampere Motorstrom Adhäsion Haftreibung Triebkraft Zugkraft Motorenkraft Zugkraft
Datenflüsse ——————————— Bremshebel HL_Druck Bremsvermögen Abbremsung Geschwindigkeit Fahrgeschwindigkeit Klotzkraft Zugkraft Adhäsion Haftreibung Wagengewicht Gewicht Wagenbremskraft Zugkraft Zuglänge Wagenanzahl Wagenlaenge Laenge Totzeit '0.0' .. '2.0' *Bremsreaktionszeit in Sekunden* Gesamtbremskraft Zugkraft
HL_Druck '3.5' .. '5.0' *Hauptleitungsdruck in Bar* Fahrschalterbereich [F++|F+|M|F.|F-|0|B-|B.|B+] Fahrgeschwindigkeit '0.0' .. '44.4' *in Meter/Sekunde (0..160km/h)* Motorstrom '0' .. '4000' *1 von 6 Motoren, in Ampere* Signalpanel Neigung + Eff_Signalentf + Signal Neigung '-27' .. '+27' *Neigung in Promille* Eff_Signalentf '0' .. '1000' *Meter* Fahrszenario_Nr 'l' .. 'n' *Von SBB angebotene Streckenauswahl* Kilometerstein '0.001' .. '10.000' *Streckenkilometer ab Start* Streckenaenderung [Kurve|Neigung|Signalentf + Signal] Signalentf '500' .. '1000' *Sichtweite zum Signal in Meter* Signal Signaltyp + Begriff Signaltyp [Vorsignal|Hauptsignal] Begriff [Halt|Fahrbegiff1|Fahrbegiff2|Fahrbegiff3] Kurve '0' .. '1000' *Radius in Meter Haftreibung '0.6' .. '1.6' *Dies ist nicht μ0!* Wagenanzahl '1' .. '24' Abbremsung '0.8' .. '2.0' *Klotzdruck zu Radlast* Gewicht '200' .. '400' *Wagengewichtskraft in kN* Laenge '10' .. '30' *Wagenlaenge in Meter* Zugkraft '-400' .. '400' *Bremsen bis Antreiben in kN*
In Lichtsignal (= Signalentf + Begriff)
In Geschwindigkeit
Akt Sobald ein Lichtsignal angekündigt wird, soll mittels der Geschwindigkeit,
die über die Zeit integriert die Strecke ergibt, festgestellt werden, wann das Signal passiert wird.
In/Out Signalabstand = Tatsächlicher (dekrementierter) Abstand zum Signal.
Akt Zusätzlich wird noch überprüft, ob der Fahrbefehl (Geschwindigkeit)
beim passieren des Signals eingehalten wird.
Out Signaleinhaltung
In Triebkraft
In Gesamtbremskraft
In Fahrwiderstand
Akt Alle diese Kräfte unter Berücksichtigung der Vorzeichen summiert, ergibt die resultierende Kraft.
Diese einmal über die Zeit integriert, ergibt die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt t
Out Geschwindigkeit
Akt Diese Geschwindigkeit nochmals über die Zeit integriert, ergibt die zurückgelegte Strecke.
Out Strecke
In Fahrszenario (=Kilometerstein+ [Kurve|Neigung|Signalentf + Signal])
In Strecke
Akt Es wird überprüft, ob das Fahrszenario an dem soeben passierten Streckenkilometer Strecke ein Kilometerstein
mit entsprechendem Ereignis aufweist. Sollte dies der Fall sein, so wird das Ereignis an die entsprechenden Prozesse weitergeleitet.
Out Lichtsignal
Out Kurvenradius
Out Neigungspromille
In Fahrschalter (= [F++|F+|M|F.|F-|0|B-|B.|B+])
Akt Anmerkung: El. Fahren : Stufe +l bis +32
El. Bremsen: Stufe -1 bis -22
F++ +3 Stufen/sec bis I=2150A, dann +1 Stufe/sec bis I=3100A
F+ +3 Stufen/sec bis I=2150A, dann +1 Stufe/sec bis I=2400A
M+ 1 Stufe/sec bis !=2400 A
F. Stufe unverändert
F- Falls Stufe >0: -1 Stufe/sec bis I=2150A, dann -3 Stufen/sec bis Stufe=0
0 Stufe = 0
B- Falls Stufe <0: +1 Stufe/sec bis I=-1750A, dann +3 Stufen/sec bis Stufe=0
B. Stufe unverändert
B+ -3 Stufen/sec. bis I=-1750A, dann -1 Stufe/sec bis I=-2250A
Out Fahrstufe
In Notstopp
Akt Notstopp hat absolute Priorität. Ist Notstopp=l wird Fahrstufe=0 (Zwangsabschaltung der Fahrmotoren).
Erst wenn Notstopp=0, kann wieder über den Fahrschalter eine Fahrstufe gewählt werden.
In Fahrstufenkorrektur
Akt Ist die Fahrstufe einmal auf den geforderten Zuschaltstrom aufgeschaltet worden, soll dieser Lastunabhängig gleich bleiben.
Dazu der Prozess Motor regeln. Dieser bestimmt, wann eine Fahrstufe zu- oder wegegschaltet werden muss.
In Fahrstufenkorrektur
Out Zuschaltstrom
Akt Damit der Prozess "Motor regeln" weiss, welcher Zuschaltstrom nun eingehalten werden muss,
wird ihm das mittels Zuschaltstrom mitgeteilt.
In Fahrstufe In Geschwindigkeit Akt Es wird mittels der Fahrstufe und der Geschwindigkeit die Motorenkraft und der Motorenstrom berechnet. Out Motorenkraft Out Ampere
In Zuschaltstrom
In Ampere
In Schleudern
Akt Dieser Prozess vergleicht mit Ampere, ob der Zuschaltstrom schon erreicht worden ist,
und wenn dies der Fall ist, versucht er, diesen auszuregeln.
Falls der Prozess "Kraftschluss beurteilen" feststellt, dass die Triebräder schleudern, wird verursacht,
dass eine Fahrstufe zurückgeschaltet wird.
Out Fahrstufenkorrektur
In Motorenkraft
In Adhäsion
In Geschwindigkeit
In Adhäsion
Akt Es wird überprüft, ob das Lokomotivengewicht (Fg=ll77kN) die Motorenkraft bei einer
durch die Geschwindigkeit und Adhäsion gegebenen Reibung auf die Schiene übertragen kann.
Falls dies der Fall ist, wird die ganze Motorenkraft in Triebkraft umgewandelt.
Falls die Triebräder nicht haften, kommt ein kleinere Reibwert zur Anwendung.
Die Triebkraft ist nun nicht mehr der Motorenkraft identisch, sondern wird auf die Kraft reduziert,
die die Lok bei gleitenden Rädern noch übertragen kann.
Dazu wird dem Lokomotivführer eine Schleuderwarnung angezeigt und die Motoren müssen
zurückgeregelt werden.
Out Schleudern
In Bremsvermögen
In Wagengewicht
Akt Mit Bremsvermögen und Wagengewicht wird die maximale Klotzkraft (alle Bremsklötze am Wagen zusammengefasst)
ermittelt. Multiplikation.
In Bremshebel (= 5.0 bis 3.5 Bar)
Akt Je nach Stellung des Bremshebels kommt nur ein Teil der möglichen Klotzkraft zur Anwendung.
In Geschwindigkeit
Akt Bei Geschwindigkeit >80 km/h (entspricht 22.22 m/s) wird die Bremskraft verdoppelt.
Fällt die Geschwindigkeit unter 50 km/h (entspricht 13.89 m/s) zurück,
wird die Bremskraft wieder auf den einfachen Wert zurückgestellt.
Die Bremskraft erreicht nicht sofort den Endwert. Der Bremsdruck baut sich allmählich auf.
Out Klotzkraft
In Schnellbremsung
Akt Schnellbremsung hat absolute Priorität. Ist Schnellbremsung=l, wird Bremshebel auf 3.5 Bar gestellt.
Erst wenn Schnellbremsung=0, kann über Bremshebel wieder eine Bremsstufe gewählt werden.
In Klotzkraft
In Geschwindigkeit
In Adhäsion
In Wagengewicht
Akt Es wird überprüft, ob das Wagengewicht die Klotzkraft bei einer durch die Geschwindigkeit
und Adhäsion gegebenen Reibung auf die Schiene übertragen kann.
Falls dies der Fall ist, wird die ganze Klotzkraft in Wagenbremskraft umgewandelt.
Falls die Wagenräder nicht haften, kommt ein kleinere Reibwert zur Anwendung.
Die Wagenbremskraft ist nun nicht mehr der Klotzkraft identisch, sondern wird auf die Kraft reduziert,
die der Wagen bei gleitenden Rädern noch übertragen kann.
Out Wagenbremskraft
In Wagenbremskraft
In Totzeit
Akt Dieser Prozess ermittelt die gesammte Bremskraft des Zuges. Dem Umstand der Durchschlagzeit wird dabei
Rechnung getragen. Die Totzeit ist die Zeit die verstreicht, bis sich das Bremsereignis vom einen Wagen
auf den nächsten fortgepflanzt hat. Sobald Bremse_betätigt, beginnt sich die Gesammtbremskraft
durch Zuschalten von Wagenbremskräften im Takt der Totzeit aufzubauen.
Dieser Vorgang ist beendet, wenn alle Bremsen am Zug angesprochen haben resp. wenn "Zuglänge" mal
eine Wagenbremskraft aufaddiert wurde.
Out Gesamtbremskraft
In Wagenlänge
In Zuglänge
Akt Bei einer bekannten Durchschlagzeit wird berechnet, wieviel Zeit benötigt wird,
um ein Bremsereignis an den nächsten Wagen weiterzugeben.
Out Totzeit
In Zuglänge
In Wagendimensionen
Akt Mit Zuglänge und Wagendimensionen wird die Gewichtskraft des Zuges ermittelt
In Geschwindigkeit
Akt Mit der Geschwindigkeit bestimmt man den spezifischen Laufwiderstand.
Dieser multipliziert mit der Zug-Gewichtskraft ergibt den Laufwiderstand
Out Laufwid
In Zuglänge
In Wagendimensionen
Akt Mit Zuglänge und Wagendimensionen wird die Gewichtskraft des Zuges ermittelt,
wobei berücksichtigt werden muss, welcher Teil des Zuges zum Zeitpunkt t in die
Bogenrechnung involviert ist. zB. Einfahrt des Zuges in eine Kurve.
In Kurvenradius
Akt Mit dem Kurvenradius bestimmt man den spezifischen Bogenwiderstand.
Dieser multipliziert mit der Zug-Gewichtskraft ergibt den Bogenwiderstand.
Out Bogenwid
In Zuglänge
In Wagendimensionen
Akt Mit Zuglänge und Wagendimensionen wird die Gewichtskraft des Zuges ermittelt,
wobei berücksichtigt werden muss, welcher Teil des Zuges zum Zeitpunkt t in die
Steigung/Ebene/Gefälle involviert ist.
zB. Einfahrt des Zuges in eine Steigung/Ebene/Gefälle !
In Neigungspromille
Akt Mit Neigungspromille bestimmt man den spezifischen Neigungswiderstand.
Dieser multipliziert mit der Zug-Gewichtskraft ergibt den Neigungswiderstand.
Out Neigungswid
In Laufwid In Bogenwid In Neigungswid Akt Alle zusammengezählt ergibt den Fahrwiderstand Out Fahrwiderstand
In Strecke
Akt Bei Start 1500 wird der aktuelle Strecken-Wert in Beginn_Strecke gespeichert.
Sobald Beginn_Strecke + 1500 < Strecke erfüllt ist, wird Stoppl500 generiert.
In Strecke
Akt Bei Start 100 wird der aktuelle Strecken-Wert in Beginn_Strecke gespeichert.
Sobald Beginn_Strecke + 100 < Strecke erfüllt ist, wird StopplOO generiert.
In Geschwindigkeit Akt Sobald Geschwindigkeit = 0, wird Schnellbremsung_Reset generiert.
In Bremshebel Akt Wenn Bremshebel ≠ 5 Bar wird Bremse_anziehen generiert.
Jedes Modul (TOL) und auch das Hauptprogramm benutzen die Commen-Types aus dem COMM_TYP.TOL.









Der Zweck des Fahrszenario-Files ist die Wegbeschreibung der zu tätigen Bahnfahrt. Es werden folgende Ereignisse unterschieden:
Vorsignal : kkkkk|S|xxxx|V|YY
kkkkk = Streckenkilometer
s = Signal
xxxx = Entfernung zum Signal
V = Vorsignal
yy = Fahrbegriff [FO|F1|F2|F3]
Hauptsignal: kkkkk|S|xxxx|V|YY
kkkkk = Streckenkilometer
s = Signal
xxxx = Entfernung zum Signal
V = Vorsignal
yy = Fahrbegriff [FO|F1|F2|F3]
Kurve : kkkkk|K|xxxx
kkkkk = Streckenkilometer
K = Kurve
xxxx = Kurvenradius in Meter (muss grösser 180m sein.)
Steigung : kkkkk|K|00xx
kkkkk = Streckenkilometer
N = Neigung
00xx = Angabe der Neigung (Zwischen 0 und 54, wird später
um 27 erniedrigt. (-27 .. +27)
Die Ereignisse müssen km-mässig aufwärtsfolgend sein.
Fahrszenario: Filename GOTTHARD.SZN
{lm : Nach 40m Hauptsignal mit Fahrbegriff 1 "Freie Fahrt"}
00001|S|0040|H|F1
{100m: 18%. Steigung}
00100|N|0037
{200 : Kurve mit Radius 200m}
00200|K|0200
{300 : Kurve mit Radius 0m}
00300|K|0000
{800m : Nach 500m Vorsignal mit Fahrbegriff 3 "Fahrt mit 65 km/h"}
00800|S|0500|V|F3
{1000m : Nach 600m Hauptsignal mit Fahrbegriff 3 "Fahrt mit 65 km/h"}
01000|S|0600|H|F3
{1410m : 0%. Steigung}
01410|N|0027
{2000m : Nach 600m Vorsignal mit Fahrbegriff 2 "Fahrt mit 40 km/h"}
02000|S|0600|V|F2
{2450m : Nach 600m Hauptsignal mit Fahrbegriff 2 "Fahrt mit 40 km/h"}
02450|S|0600|H|F2
{2900m : -27%. Steigung}
02900|N|0000
{3100 : Kurve mit Radius 500m}
03100|K|0500
{4000m : Nach 500m Vorsignal mit Fahrbegriff 0 "Halt"}
04000|S|0500|V|F0
{4450m : Nach 600m Hauptsignal mit Fahrbegriff 0 "Halt"}
04450|S|0600|H|F0
{4800m : 0%. Steigung (Bahnhof)}
04800|N|0027
{5053m : Nach 50m Hauptsignal mit Fahrbegriff 1 "Freie Fahrt"}
05053|S|0050|H|F1
{5100m : 27%. Steigung}
05100|N|0054
{5200 : Kurve mit Radius 220m}
05200|K|0220
{6000m: Nach 650m Vorsignal mit Fahrbegriff 2 "Fahrt mit 40 km/h"}
06000|S|0650|V|F2
{6200 : Kurve mit Radius 800m}
0620|K|0800
{6550m : Nach 400m Hauptsignal mit Fahrbegriff 2 "Fahrt mit 40 km/h"}
06550|S|0400|H|F2
{6800m : 15%. Steigung}
06800|N|0042
{8000m : Nach 600m Vorsignal mit Fahrbegriff 0 "Halt"}
08000|S|0600|V|F0
{8500m : Nach 1500m Hauptsignal mit Fahrbegriff 0 "Halt"}
0850|S1500|H|F0
Ein weiteres Beispiel:

Beim Lokomotiv-Fahrsimulator handelt es sich um eine Echtzeit-Simulation einer Fahrt mit der SBB-Elektrolokomotive Typ Re 6/6. Über die Tastatur kann die Lokomotive vorbildsgetreu bedient werden und die Anzeigeinstrumente zeigen realistische Werte an. Das Fahrgefühl wird durch die Sicht aus dem Frontfenster auf das Bahntrasse vermittelt, wobei in Abhängigkeit von der Geschwindigkeit Oberleitungsmasten an der Lok vorbeiziehen.
Auf dem Bildschirm werden während der Simulation die wichtigsten Anzeigeinstrumente angezeigt, wie:
Nachdem das Programm durch Eingabe von BO_BO_BO gestartet wurde, erscheint eine Eingabemaske, wo man die Randbedingungen wie Anzahl Wagen, Gewicht usw. angeben kann. Diese Eingabemaske sieht so aus:
LOKOMOTIV-FAHRSIMULATOR ---Randbedingungen--- ————————————————————————————————————————————— Abbremsung (50..300%) : 160 Wagen-Gewicht (10..40 t) : 16 Wagen-Anzahl (1..50) : 30 Adhäsion (1..9) : 5 Pfad zum Szenario-File : D:\TP5\PRG\ Szenario-Filename: : ZUERICH.SZN SIMULATOR STARTEN PROGRAMM-EXITMit den Pfeiltasten bewegt man nun den invertierten Balken auf die Zeile, die man geändert haben möchte. Nun löscht man die Einträge mit der Backspace-Taste und ersetzt sie mit den gewünschten, wobei zu beachten ist, dass nur der Wertebereich in Klammern zulässig ist. Es ist nicht nötig, Einträge zu machen, dann werden einfach die gezeigten Werte (Default-Werte) übernommen. Die Simulation wird gestartet, indem man den Balken auf SIMULATOR STARTEN bewegt und die ENTER-Taste drückt. Dasselbe gilt für PROGRAMM-EXIT.
Nachdem die Randbedingungen erfolgreich gesetzt wurden, baut sich eine Führerstandskulisse auf dem Bildschirm auf. Wie man auf dem BZ- und HLD-Rundinstrument sieht, sind die Bremsen angezogen. Falls jetzt die Bremse ausgelöst würde (Taste B), hätte dies zur Folge, dass die Lokomotivbremse abschaltet. Dies kann man gerade einmal probieren. Man sieht, dass bei Bremsauslösung der BZ-Druck zusammenfällt und bei erneutem Betätigen der Taste B wieder hochschnellt. Nun löst man die Luftbremse durch betätigen der Taste 0 (Null). Jetzt kann die Lokomotive in Gang gesetzt werden. Dazu betätigen wir den Fahrschalthebel und setzten ihn auf F++, F+ oder M. Nun beginnt sich die Lokomotive zu bewegen.
Die Lokomotive greift über einen riesigen Drehschalter oder Stufenschalter verschiedene Fahrspannungen am Transformator ab und gibt sie
auf die Elektromotoren. Ist die Lok abgeschaltet liegt der Drehschalter in Mittelstellung.
Soll nun beschleunigt werden, muss der Drehschalter Schaltkontakt für Schaltkontakt im Uhrzeigersinn aufdrehen.
Dabei darf kein Schaltkontakt übersprungen werden. Bewegt sich der Drehschalter aus der Nullstellung im Gegenuhrzeigersinn,
wird den Elektromotoren nicht Strom zugeführt sondern entzogen (Rekuperieren). Dies hat eine Bremswirkung zur Folge
und ist neben der Druckluftbremse das zweite Bremssystem an Bord.
(An Fachleute : Diese Erklärung ist sinnbildlich zu verstehen)
Auf der oberen rechten Bildschirmhälfte erscheinen die virtuellen Signale. Auf diese ist je nach gezeigtem Fahrbefel mit einer Geschwindigkeitssenkung oder einem Halt zu reagieren. Geschlossene Signale erzeugen ein Signalton und lassen eine Warnlampe aufleuchten. Durch betätigen der Taste S quittiert man ein solches Signal.
Bei betätigen der Taste Q verlässt man die Simulation.